Geschichte der Skiakademie

Begleiten Sie uns bei einem geschichtlichen Streifzug von 1950 bis heute!

  • Die Fünfziger Jahre

    Im Rennlauf setzte sich die Wedeltechnik immer mehr durch.
    Mit Foto und Film spürte Prof. Stefan Kruckenhauser, St. Christoph am Arlberg, den neuen Bewegungsabläufen nach.

    1951 kam es in Zürs am Arlberg zum 1. Skikongress, einem Treffen von neun Skinationen. Die Demonstration wurde ausschließlich von Österreich bestritten. Obwohl man sich bei der Vorführung an einer mäßigen Rotation anlehnte, ließ sich bei Österreichs Demonstratoren bereits der Umbruch zur Beinspieltechnik erahnen. In dieser Umstellphase kam Kruckenhauser die junge Garde der österreichischen Skitalente zu Hilfe. Läufer wie Othmar Schneider, Christian Pravda, Anderl Molterer u.a. hatten das Siegen wieder gelernt. Im Rennlauf hatte sich somit diese neue Technik durchgesetzt. Mit Foto und Film spürte Kruckenhauser den neuen Bewegungsabläufen nach.

    In Davos (CH) trafen sich im Jahr 1953 bereits zehn Nationen zum 2. Internationalen Kongress für das Skilehrerwesen. Kruckenhauser verzichtete auf eine Demonstration, da er keine geschulte Vorführmannschaft hatte. Die neue Skitechnik (Beinspieltechnik) wurde anhand eines Filmes vorgeführt und schlug wie eine Bombe ein. Um das Chaos perfekt zu machen, ließ sich Österreich zu einer improvisierten Demonstration mit je drei Teilnehmern aus jedem Land überreden. Es wurde ein Begräbnis erster Klasse.

    1955 Beim 3. Internationalen Kongress für das Skilehrwesen in Val d'Isère (F), fand die Beinspieltechnik jedoch bereits höchste internationale Beachtung - in Österreich war die Zeit dafür längst reif geworden.

    1956 2. Österreichischer Skilehrplan, 1. Auflage, 1956, Hrsg. ÖBSV, Prof. Stefan Kruckenhauser, St. Christoph am Arlberg. Er beinhaltet Beinspieltechnik mit Verwindung, Motor ist das Fersendrehen, Entlastung durch Hochgehen. Es bildeten sich drei Arbeitskreise, die im Skilehrwesen tätig sind: die "Berufsskilehrer", die "Skilehrwarte" und der "Skilauf an Schulen". Die Festlegung des Lehrplanes erfolgte durch diese Arbeitskreise. Gesamtverantwortlich zeichnete Kruckenhauser. „Wedeln", ein neuer Schwung geht um die Welt.

    Die Technikdiskussion nimmt breiten Raum ein, Beinspiel, Rotieren, Verwinden, breit oder schmal? Skilauf made in Austria ist in aller Munde, Skilaufen hat ein hohes Image in breiten Schichten der Bevölkerung der Alpenländer.

  • Spuren im Schnee

    Die Sechziger Jahre

    Monte Bondone 1962 prägte mit dem Wort "Interski" den Kurztitel für die künftigen Kongresse des Skilehrwesens. Im Fortgeschrittenen-Unterricht wurde die Beinspieltechnik nicht mehr in Frage gestellt. Nur noch Frankreich hielt eisern an der Rotation fest.

    1967 7. Interski Bad Gastein . Nicht so sehr die Technik, sondern der Unterricht stand im Mittelpunkt der Darbietungen. Die Beinspieltechnik hatte sich bei allen Ländern - ausgenommen Frankreich - endgültig durchgesetzt. die Franzosen demonstrierten "Vom Skiunterricht zum Rennlauf" und Charles Bonzon zeigte erstmals den von ihm entwickelten Jetschwung, ein Beschleunigungsschwung aus dem Slalom. Japan, erstmals dabei, demonstrierte exakt österreichische Skischule. Die Demonstration des "Breitschwunges" mit Kurzskiern, einer Unterrichtsform, die die Kluft zwischen Stemmen und parallelem Skifahren überbrücken helfen sollte, sorgte im Kreis der heimischen Skilehrerschaft für große Aufregung. Man glaubte an eine Abkehr von Schönskilauf. Der Breitschwung wurde dann in "Wedelaufbauschwung" umbenannt.

    Erstmals demonstrierten zwei Länder - Österreich und Italien - mit Kindergruppen. Alle Übertreibungen waren abgebaut: besonders übertriebene Verwindung und Hüftknick. Parallelschwung durch Erheben („Murmele" genannt) und der sogenannte dynamische Stemmschwung mit Talstemme waren hinzugekommen.

    1968 Der Grundschwung wird die Basis der Grundschule und gleichzeitig Ausgangspunkt für den Stemm- und den Parallelweg der Fortbildung. Die geschlossene Skistellung verliert ihre dominante Stellung.

  • Schleuderschwünge

    Die Siebziger Jahre

    1970 Im Rennlauf entstehen „Schleuderschwünge" im Torlauf („Wandeln") und der von den Franzosen in Gastein 1964 gezeigte Jet-Schwung sollte eine Beschleunigung bewirken - durch Vorschnellen der Unterschenkel und durch Kantenabstoß. Die Wellen- oder Ausgleichstechnik - in den Buckelpisten entstanden - wird mit Beinebeugen-Beinedrehen-Steckdrehen in sehr tiefer Körperhaltung gefahren.

    Der „Österreichischer Schilehrplan", 15. Auflage, 1971, Hrsg. ÖBSV, Prof. Stefan Kruckenhauser, stellt das dritte österreichische Skilehrwerk dar.

    Beim 9. Interski 1971 in Garmisch-Partenkirchen sorgte Österreich erneut für Aufregung, denn Kruckenhauser ließ das Thema Beugedrehen-Streckdrehen vom Anfänger bis zum Könner in extrem tiefer Körperhaltung vorzeigen. Die Unruhe war wieder da! Nordische Demonstrationen traten nun immer mehr in den Vordergrund.

    1971: Buckelpisten, Wellenbahn, Beugedrehen-Streckdrehen. Die Zeit des „Jet" ist angebrochen und Kruckenhauser geht 15 Jahre nach dem Renner Wedeln neue Wege. Killy, Augert, Russel, auch die Squadra Azzura beginnt zu rollen, Thöni, Gros und Radici geben den Takt zwischen den Stangen vor. Aber rot weiß rot aber dominiert mit Klammer und Co die Abfahrtsszene.

    1972 Prof. Franz Hoppichler wurde zum Ausbildungsleiter der Österreichischen staatlichen Skilehrerausbildung bestellt. Der Umsteigschwung, aus dem Rennlauf in die Skimethodik übernommen, erhielt einen höheren Stellenwert und brach die eineinhalb Jahrzehnte dauernde Vorherrschaft des Parallelschwunges. Die Unzufriedenheit mit der Fassung des bestehenden Lehrplanes von 1971 führte sehr bald zu einer Neubearbeitung, sodaß 1974 der 4. Österreichische Skilehrplan druckreif war. Hoppichler baute die Übertreibungen weitgehend ab, besonders die tiefe Körperhaltung, ebenso Verwindung und Hüftknick. Andrehen der Schwünge ist erlaubt, wenn es die Situation erfordert. Das Schneiden der Schwünge gewinnt an Bedeutung. Große Freiheiten in der Fahr- und Lehrweise sind die Merkmale dieses Lehrplanes. Auf eine einfache Formel gebracht: "funktionell-individuell-situationsgerecht".

    Nur 3 Jahre nach Auflage des „1971er" Lehrplanes von Kruckenhauser erscheint Hoppichlers erster Lehrplan: „Österreichische Schischule", Neubearbeitung des Österreichischen Schilehrplanes , 1974, Hrsg. ÖBSV, Prof. Franz Hoppichler, St. Christoph am Arlberg. Erkenntnis aus der Erfahrung Hoppichlers im Skileistungssport fließt mit ein: eigentlich fahren die Rennläufer nur im „Jet", weil es ihnen die Piste aufzwingt. Überhaupt: der Gast ist mit dieser Technik nach einer Runde am Übungshang schon kaputt. Ski Austria entdeckt die Mittellage neu.

    1975 10. Interski in Strbske Pleso Österreichische Demonstration erstmals unter Hoppichlers: Wellentechnik und Umsteigschwingen. Das Gezeigte fand viel Beachtung. Die Schweiz führte „Sicherheit im Skilauf" vor. Neu im Kongreßprogramm waren Trickskilauf und Skispringen.

  • Die Achtziger Jahre

    Ende 1980 erschien der 2. Hoppichler-Lehrplan: „Österreichischer Schilehrplan Schwingen", 1980, Hrsg. ÖBSV, Prof. Franz Hoppichler.
    Kernthema ist die Vereinfachung, da der Schwungansatz bei allen Schwungformen gemeinsame Merkmale aufweist. Schwingen ist für Hoppichler lediglich das Umsetzen der Skier von einem Kantengriff in den nächsten. Unterschieden wird das Schwingen nach der Skistellung: Stemm-, Parallel- und Scherschwingen. Dieser Lehrplan spiegelt die Erfahrungen mit den Lehrplänen von 1956, 1971 und 1974 wieder - von den Entlastungsschwüngen 1956 bis zu den Belastungsschwüngen 1971.
    1974 pendelte man zwischen beiden Extremen.

    Der Skilehrplan 1980 bietet ebenfalls Be- und Entlastungsschwünge an, wobei die jeweilige Situation die Wahl des Schwunges bestimmt. Die Steuerphase wird im Gegensatz zu den vorhergehenden Lehrplänen vom Schneiden beherrscht.

    1987 erschien ein neuer Skilehrplan , der in Zusammenarbeit von Experten der drei im österreichischen Skilehrwesen tätigen Arbeitskreise, dem Berufsschilehrerverband, dem Verband der Skilehrwarte und dem Arbeitskreis "Skilauf in der Schule", sowie Vertretern des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Sport entstanden ist. Neuartig ist die zweispaltige Druckweise. In der linken Spalte sind Lehrstoff, Lehrbereiche, Lehrziele und Lehrwege zusammengefaßt, in der rechten Übungsbeispiele, unterrichtliche Hinweise, Tips, Ratschläge und Erläuterungen.

  • Die Neunziger Jahre

    Der Interski-Kongreß ist nach 40 Jahren wieder an seine Wiege zurückgekehrt. Der 14. Interski-Kongreß 1991 in St. Anton am Arlberg war von der Teilnehmerzahl ein Monsterkongreß. Es nahmen 30 Nationen mit 2500 Akkreditierten daran teil. Im Laufe der 40-er Jahre haben sich die Kongreßinhalte wesentlich geändert. Ging es zuerst um die beste Skitechnik, so war in den 60-er Jahren die beste Methodik das Ziel. In den 70-er Jahren rückte die Sicherheit im Skisport in den Vordergrund und heute spielt die Umwelt beim Skilaufen eine große Rolle. Die Interski-Kongresse haben sich vom Vergleich der Techniken und Methoden zu einer Weltausstellung des Skilaufs gewandelt. In der einstündigen Interski-Opening-Show wurde neben Lasereffekten und viel Action auch ein Querschnitt durch die verschiedenen Wintersportarten von der Entstehung des Schilaufs bis zu den jüngsten Trends gezeigt. Das Hauptmotiv beinahe aller Demonstrationen war der "Spaß im Schnee". Die Skitechnik dient quasi nur mehr als Mittel zum Zweck.

    „Die österreichische Skischule" , Offizieller Lehrplan des Österreichischen Berufsskilehrerverbandes, Franz Hoppichler, Hrsg. ÖBSV, ist das letzte Werk von Prof. Hoppichler.

    1995 Der 15. Interski Nozawa Onzen
    Erster internationaler Skikongreß in Japan, eine Anerkennung Japans als Skination und besonders auch als Skimarkt! Die Japaner organisierten eine denkwürdige Veranstaltung. Es kam insbesondere auch die Nähe des japanischen zum österreichischen Skilehrwesen zum Ausdruck. Das „Demofahren" und der Schönskilauf haben in Japan besondere Bedeutung. Publikum und Sponsoren zeigen großes Interesse an „Demobewerben". Dementsprechend groß war auch das Interesse der Japaner an den Interski-Vorführungen. Skitechnisch waren keine Revolutionen zu beobachten, die Fahrweisen der Nationen ähnelten sich mehr denn je zuvor. Snowboard hat sich als neue Skisportart etabliert.

    1999 Der 16. Interski Beitostölen (NOR)
    Auf dem flachen Skihügel von Beitostölen fühlten sich die Langläufer wohler als die Alpinskifahrer, wie wohl Norwegen sowohl alpin als auch nordisch besseres zu bieten gehabt hätte. Der Ort entsprach nur bedingt dem internationalen Forum und das Interesse der Industrie war leider gering. Keine Highlights und viel Sand im politischen Getriebe von Interski International ließen diesen Skikongress im hohen Norden ohne Glanz verblühen. Eine Ausnahme: das Thema Skilauf für Behinderte bekommt eine internationale Bühne, der Skisport kann als Freizeitsport für wirklich jeden seine Bewährung als sozialer Vermittler wieder einmal klar bestehen.

  • Letztes Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts

    Im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts treten die Auseinandersetzungen über die Skitechnik zunehmend in den Hintergrund. Im Interesse der Tourismusindustrie, die das Skifahren als freudvolle Freizeitströmung bewerben möchte, werden die Gemeinsamkeiten betont.

Ski Austria Academy

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Ski Austria Camps

19.03.2017 bis 25.03.2017:
Freeride 2

26.03.2017 bis 31.03.2017:
Premium Camp: Freeridetouren im Arlberggebiet

26.03.2017 bis 01.04.2017:
Ski2gether 3

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